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PROGRAMM

Die INTERNATIONALE HÄNDEL-AKADEMIE Karlsruhe wurde 1986 als Pendant zu den INTERNATIONALEN HÄNDEL-FESTSPIELEN des STAATSTHEATERS KARLSRUHE ins Leben gerufen, um den künstlerischen Produktionen der Festspiele Meisterkurse mit herausragenden Vertretern der Historischen Aufführungspraxis und wissenschaftliche Symposien zur Seite zu stellen und den Nachwuchs zu fördern.
Im Mittelpunkt der 35. INTERNATIONALEN HÄNDEL-AKADEMIE steht ein einzelnes Werk: Georg Friedrich Händels erstes Oratorium Il Trionfo del Tempo e del Disinganno HWV 46a, das er 1707 in Rom zu einem Libretto des Kardinals Benedetto Pamphilj komponierte.
Seit 1677 waren in Rom Opernproduktionen mit einem päpstlichen Bann belegt. Kantaten und Oratorien wurden zu Gattungen opernhafter Musik, aufgeführt in den Papstpalästen und Fürstenhäusern. In seinem Trionfo stellte der junge Händel dem hochrangigen römischen Publikum kompositorische Genialität und musikdramatischen Feinsinn unter Beweis. Das Werk sprüht, wie Händels erster Biograph Jahn Mainwaring schreibt, geradezu „von Feuer und Kraft“. Von der intimen Continuo-Arie über virtuose Koloratur-Arien und dramatischen Ensembles bis hin zu Soloauftritten der meisten Orchesterinstrumente werden alle Aufführenden gleichermaßen inspiriert und gefordert.

Zu Händels Zeit waren die Capellmeister oder „Anführer einer Musik“ musizierender Teil des Ensembles: So leitete Händel seine Opern vom Cembalo aus, Vivaldi als Konzertmeister von der Geige. Ein durchgängiges gestisches Dirigieren, wie es heute auch bei vielen Aufführungen barocker Werke üblich ist, war zu deren Entstehungszeit eine Ausnahme. Die Orchestermitglieder definierten ihre Aufgaben als Concertisten oder Ripienisten und übernahmen in diesem Sinne ihre Rollen: zu führen, Akzente zu setzen, einem Sänger zu folgen oder sich ins Ensemble einzufügen. Die Sänger/-innen wiederum stehen in der Hierarchie des Ensembles an oberer Stelle, von ihnen gehen die zentralen Impulse für die musikalische Gestaltung aus.