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Themen

13. Oktober 2017

Beitrag für die StadtZeitung von Ute Leidig




Was kostet Theater?

Die Sanierung und Erweiterung des Badischen Staatstheaters wird bis zu 325 Mio. € kosten. Davon muss die Stadt Karlsruhe die Hälfte tragen - eine riesige Summe. Dennoch hat der Gemeinderat mit Stimmen der Grünen Fraktion das Bauvorhaben beschlossen. Es war eine schwere Entscheidung für uns. Gestern Haushaltskonsolidierung, heute bis zu 162,5 Mio. € städtische Mittel für das Badische Staatstheater, morgen wieder Haushaltskonsolidierung. Wie kann das zusammen gehen? Wie können wir eine solche Investition mit unseren Grundgedanken an Ausgewogenheit von Interessen, soziale Verpflichtungen und Generationengerechtigkeit verbinden?
 
Außer Frage steht, dass eine umfangreiche Sanierung notwendig ist, um den Spielbetrieb des Badischen Staatstheaters zukünftig nicht zu gefährden. Technische Defizite, baubedingte unwirtschaftliche Betriebsabläufe sowie bauliche Gegebenheiten, die den modernen Brandschutzbedingungen nicht entsprechen, sind zu beheben. Doch Sanierung allein reicht nicht aus. Viele der fast 700 Beschäftigten des Staatstheaters müssen heute unter Bedingungen arbeiten, die weder sicher noch gesund sind. Daher ist zusätzlich zur Sanierung eine Platzerweiterung durch zusätzliche Neubauten notwendig. Und nur so kann das ebenfalls renovie-rungsbedürftige Kinder- und Jugendtheater von der isolierten Lage in der Insel in einen gemeinsamen Bau integriert werden.
 
Aber muss das alles so viel kosten? Die Suche nach Einsparungen hat uns intensiv beschäftigt - aber leider vergebens. Fast jede Einsparung würde zu grundlegenden funktionalen Verschlechterungen von Betriebsabläufen, der Statik, aber auch der Arbeitssicherheit oder des Brandschutzes führen.
 
Uns Grünen blieb am Ende die grundlegende Frage „Wollen wir auch zukünftig für unsere Bürgerinnen und Bürger in Karlsruhe und in der Region ein Staatstheater haben?“ Und ja, das wollen wir Grüne und daher haben wir für das Bauvorhaben gestimmt.
 
Einsparpotenziale wollen wir trotzdem weiterhin prüfen lassen, sofern sie nicht die Funktionalität beeinträchtigen. Unsere Einsparvorschläge wurden von der Verwaltung positiv aufgenommen. Daher wird jetzt nach einer kostengünstigeren, aber dennoch architektonisch vertretbaren Dachkonstruktion gesucht, auf einen aufwändigen VIP-Bereich verzichtet und die LED-Wand auf den Prüfstand gestellt. Auch das Bemühen um Spenden und Sponsorenmittel wurde uns zugesagt. So hoffen wir am Ende auf einen verkraftbaren Kostenrahmen und auf ein tolles Kulturangebot im sanierten und erweiterten Badischen Staatstheater.
 
Ihre Dr. Ute Leidig Fraktionsvorsitzende GRÜNE