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Themen

29. Mai 2015

Beitrag für die StadtZeitung von unserer Stadträtin Renate Rastätter



Kita-Tarifstreik: Frühe Bildung ist viel wert!
 
Die Streiktage des Tarifkonflikts zwischen den kommunalen ArbeitgeberInnen und der Gewerkschaft Verdi für eine bessere Bezahlung der ErzieherInnen sind eine große Belastung für die Eltern. Obwohl sie Verständnis für die Forderungen der ErzieherInnen nach einer angemessenen Bezahlung aufbringen, kritisieren sie, dass der Streik immer länger dauere und auf dem Rücken der Eltern ausgetragen werde.  
Da die Stadt Karlsruhe keinen unmittelbaren Einfluss auf die Tarifverhandlungen auf Bundesebene hat, ist es umso wichtiger, dass alles Notwendige getan wird, um die Belastungen der Karlsruher Eltern nach besten Kräften zu verringern. Dazu gehört neben den eingerichteten Notfallgruppen eine anteilige Rückzahlung der Kitagebühren. Mit einem Schreiben an Oberbürgermeister Frank Mentrup haben wir die Rückerstattung der Gebühren gefordert und ihn gebeten, bereits jetzt die vorbereitenden Maßnahmen dafür einzuleiten.
 
Gestiegener Bildungsanspruch der Kitas

 

Die Ursachen des Problems werden damit aber nicht gelöst. Ausgangspunkt der seit Jahren immer heftiger geführten Auseinandersetzung zwischen den Tarifparteien ist die Diskrepanz zwischen den gestiegenen pädagogischen Anforderungen sowie den Aufgaben der ErzieherInnen und ihrer Bezahlung, die mit dieser Entwicklung nicht Schritt gehalten hat.
Der Stellenwert der frühen Bildung ist in den letzten Jahren endlich erkannt worden. Alle begrüßen, dass die ErzieherInnenausbildung reformiert und der Bildungsauftrag der Kindertagesstätten durch die Einführung des Orientierungsplans deutlich gestärkt worden sind. Aber: Wir müssen als Gesellschaft auch dazu bereit sein, die dafür nötigen Kosten zu übernehmen!
 
Was ist uns die frühe Bildung unserer Kinder wert?

 

Notwendig ist die Intensivierung der gesellschaftlichen Debatte, was uns eine gute frühe Bildung unserer Kinder wert ist. Das ist auch eine Aufgabe für unseren Gemeinderat. Wir müssen uns fragen, welchen Beitrag wir als Stadt leisten können, um in Karlsruhe genügend gute Fachkräfte für den weiter wachsen-den Bedarf gewinnen zu können. Wir brauchen zusätzliche Fachkräfte u. a. auch für die Einbeziehung von ErzieherInnen in die Ganztagsgrundschulen. Das Thema bessere Bezahlung und mehr gesellschaftliche Anerkennung für den ErzieherInnenberuf wird also auf der Agenda bleiben, unabhängig davon, zu welchen Ergebnissen die Tarifver-handlungen kommen.
Ich drücke die Daumen für ein gutes Ergebnis für die ErzieherInnen und die Familien bei dieser Tarifrunde!

 

Renate Rastätter
Sprecherin für Kinder- und Jugendpolitik