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Presse

14. März 2019

Grüne: Internetbörse soll Patenschaften für Ernte und Pflege von Streuobstwiesen vermitteln

Die Grünen setzen sich für die Einrichtung einer Internetbörse ein, um private Streuobstwiesenbesitzer*innen, die ihre Fläche selbst nicht mehr nutzen, an Interessierte zu vermitteln.
Für die Grünen sind Streuobstwiesen wertvolle Kulturlandschaften, die einen hohen Stellenwert für die biologische Vielfalt, das Landschaftsbild und die Naherholung haben. Zudem lieferten sie jedes Jahr eine Vielfalt an gesunden und schmackhaften Früchten.
 
 „Es ist deshalb sehr wichtig, dass die Streuobstwiesenbestände gepflegt werden und positiv, wenn das Obst geerntet wird, bevor es verdirbt“, so Stadträtin Renate Rastätter, zuständig für Naturschutz. „Die Einrichtung einer nternetbörse kann einen Beitrag dazu leisten, den fortschreitenden Niedergang ungenutzter Streuobstwiesen aufzuhalten und den Pflegezustand dieser Parzellen zu verbessern.“
 
„Bei dieser Börse sollen Besitzer*innen wählen können, ob sie einzelne Bäume für die Ernte freigeben oder Patenschaften für die Pflege und Ernte von Obstbaum-Parzellen abschließen wollen. Auch eine Verpachtung soll gewählt werden können“, so Fraktionsvorsitzender Johannes Honné. Die Grünen sehen dabei einen Gewinn für beide Seiten. Die Besitzer*innen würden entlastet und die Paten erhielten Zugang zur Pflege der Natur und Obsternte. „Jedes Jahr verrotten Tonnen von Pflaumen, Äpfeln, Birnen, Kirschen, Mirabellen und Quitten. Wir wollen erreichen, dass diese Verschwendung verringert und die Wertschätzung für Streuobst gesteigert wird. Wir würden uns freuen, wenn vor allem Schulen, Familien, Freundeskreise und Sozialinitiativen solche Streuobstwiesen vermittelt bekommen“, so Rastätter und Honné. Wenn Bäume zur allgemeinen kostenlosen Ernte freigegeben werden, könnten diese Bäume gekennzeichnet werden. (vgl. Markierungsbänder Aichwald).
 
Bereits im Mai 2017 habe das Umweltamt ein Konzept für eine Internetbörse für Obstbaum-Patenschaften im Umweltausschuss vorgestellt. Die Umsetzung sei aber zurückgestellt und auf die Streuobstinitiative des Landkreises Karlsruhe verwiesen worden. „Die Streuobstinitiative ist eine hervorragende Einrichtung, die Apfel- und Birnensaft produziert und vermarktet, Kurse organisiert, eine Grundstücksbörse für Verkauf und Verpachtung eingerichtet hat und in regionalen Naturschutz investiert“, so die Naturschutzsprecherin Rastätter.
 
Die Grünen befürworten deshalb weitere Aktivitäten der Stadt zur Unterstützung und Bekanntmachung der Streuobstinitiative. „Für viele Eigentümer*innen kleinteiliger Parzellen im Stadtgebiet stellen aber die Zertifizierung der Grundstücke und die Obstablieferung an bestimmten Terminen hohe Hürden dar“, so Honné. „Deshalb stellen die von uns beantragten Maßnahmen keine Konkurrenz zur Streuobstinitiative dar, sondern sind eine sinnvolle Ergänzung dazu.“
 
Die Grünen halten den jetzigen Zeitpunkt für geeignet, in der Öffentlichkeit intensiv für Patenschaften zum Ernten und Pflegen von Streuobstparzellen zu werben. Die Sensibilisierung der Menschen für den Erhalt der Biodiversität nehme zu, genau wie der Wunsch, etwas dafür zu tun. Das zeige der Trend zu Urban Gardening, Imkern und gesunden und nachhaltig produzierten Lebensmitteln aus regionaler Erzeugung.