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Presse

6. Mai 2015

GRÜNE warnen vor negativen Entwicklungen in der Gießbachniederung
Ökologischer Zustand verschlechtert sich – Schutzgebietsverfahren stockt

In einer Gemeinderatsanfrage beschäftigt sich die GRÜNE Fraktion erneut mit der Gießbachniederung und dem Brühl bei Grötzingen. Die für zahlreiche bedrohte Vogel- und Amphibienarten bedeutenden Flächen sind immer noch nicht als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen.
 
 „Bereits vor zehn Jahren hat der Gemeinderat die Unterschutzstellung beschlossen“, mahnt Fraktionsvorsitzende Bettina Lisbach an. „Trotz vieler Versprechungen, das Gebiet zu schützen und sogar ökologisch aufzuwerten, ist das Verfahren offenbar schon wieder ins Stocken geraten. Wir wissen, dass die Untere Naturschutzbehörde der Stadt stark belastet ist. Wir erwarten aber, dass das Ausweisungsverfahren jetzt hohe Priorität erhält und zügig abgeschlossen wird. Eine weitere Verzögerung ist nicht akzeptabel, auch weil sich im Gebiet für den Naturhaushalt negative Entwicklungen abzeichnen.“
 
Als regional und überregional bedeutsames Brut- und Nahrungshabitat bieten Gießbachniederung und Brühl Lebensraum für zahlreiche bedrohte Vogelarten wie z.B. Rotmilan, Neuntöter und Raubwürger. Hervorzuheben ist auch das Brutvorkommen des Schwarzkehlchens, das seit einigen Jahren allerdings stark zurück geht. Als Ursache geben Fachleute an, dass die für die Jungenaufzucht wichtigen Wassergräben an einigen Stellen zu-geschüttet und in Ackerland umgewandelt wurden. Außerdem wurden wiederholt auch in jüngster Zeit Einzelsträucher, landschaftsprägende Bäume und Weidengehölze gerodet, die für Revierbildung und Nahrungssuche des Schwarzkehlchens wichtig sind.
 
„Es müssen dringend Sofortmaßnahmen ergriffen werden, um den Negativtrend zu stoppen“, fordert Stadtrat Johannes Honné. „Die Stadt darf hier nicht weiter tatenlos zusehen, sondern muss alles dafür tun, den ökologischen Zustand des Gebietes zu stabilisieren und zu verbessern. Da ein Großteil der Flächen in städtischem Besitz ist, sind die Voraussetzungen hierfür gut.“ Gleichzeitig könne mit einer ökologischen Aufwertung auch das Landschaftsbild bereichert und die Erholungsqualität verbessert werden, sind die GRÜNEN überzeugt.
 
In ihrer Anfrage fordert die Fraktion einen Bericht zum aktuellen Stand des Verfahrens zur Ausweisung des Landschaftsschutzgebietes. Die Stadträte/innen wollen wissen, wann die Schutzgebietsverordnung in Kraft tritt. Außerdem regen sie konkrete Maßnahmen für mehr Strukturvielfalt an. So könnten Gewässerrandstreifen angelegt und naturnah gepflegt werden. Außerdem sollten durch einen höheren Grünlandanteil Feuchtwiesenbiotope gefördert und es sollte auf den Einsatz von Pestiziden verzichtet werden.
 
„Die Entwicklung der letzten Jahre zeigt einmal mehr, dass die Ausweisung des Landschaftsschutzgebietes nicht weiter auf die lange Bank geschoben werden darf“ so Lisbach und Honné. „Die wiederholten Beschlüsse von Gemeinderat und den Ortschaftsräten von Grötzingen und Durlach müssen jetzt endlich vollständig umgesetzt werden.“