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Presse

15. Februar 2013

GRÜNE fordern Dialog über entschleunigte Wege zum Abitur
Profilierung nicht zu Lasten der Kinder

Die GRÜNE Gemeinderatsfraktion und Alexander Salomon, Landtagsabgeordneter der GRÜNEN in Karlsruhe, fordern eine Versachlichung der momentan stattfindenden Debatte um den entschleunigten Weg zum Abitur. "
 
Es ist unseriös, wenn nun von vielen Seiten Hoffnung auf eine einseitige Erweiterung des G9-Modellversuchs geschürt wird", erklärt Uta van Hoffs, schulpolitische Sprecherin der GRÜNEN Fraktion Karlsruhe. "Was wir brauchen sind Angebote für alle SchülerInnen und keine Insellösung“. Die übereilte Einführung von G8 vor fast 10 Jahren durch die damalige schwarz-gelbe Landesregierung führte zu zahlreichen Problemen und machte eine grundlegende, Jahre erfordernde Überarbeitung von Lehrplänen und Schulbüchern notwendig. So verlangte diese unausgegorene Reform sowohl den SchülerInnen wie auch Eltern und Lehrkräften enorme Anstrengungen ab, bis im letzten Sommer der erste G8-Jahrgang zusammen mit dem letzten G9-Jahrgang die Abiturprüfungen ablegen konnte.
 
Die GRÜNEN begrüßen daher die Entscheidung der Grün-roten Landesregierung, mit Hilfe einer Bildungsplanreform und einer regionalen Schulentwicklungsplanung die Schullandschaft in Baden-Württemberg zukunftsfest zu machen.
 
Ein besonderes Augenmerk der GRÜNEN liegt dabei auf dem Willen der Menschen vor Ort. "Gerade im Hinblick auf die kommende regionale Schulentwicklung brauchen wir alle AkteurInnen in einem Boot, insbesondere beim Thema ‚Entschleunigung’", ist sich Salomon sicher. Daher schlagen er und die GRÜNE Gemeinderatsfraktion eine Diskussion über "Entschleunigte Wege zum Abitur" vor. Aus Sicht der GRÜNEN geht es nicht um eine allgemeine Rückkehr zu G9, sondern um die Möglichkeit für jedes Kind, seinen Schulabschluss im individuellen Lerntempo zu erreichen: Wer das Abitur als Abschluss anstrebt, kann auch andere Wege als den Besuch eines Gymnasium mit G9-Zug wählen. Darüber hinaus haben die Gymnasien statt der Einführung eines G9-Zuges andere Möglichkeiten, im Rahmen der Schulentwicklung innovative Lehr- und Lernmethoden einzusetzen.
 
"Karlsruhe kann hier ein Zeichen setzen und mit Hilfe des Gesamtelternbeirats und seiner Arbeitskreise eine gut passende, lokale Initiative starten. Die jetzt gestartete Diskussion zur landesweiten Schulentwicklung muss auf ein breites Fundament gestellt werden und darf sich nicht nur auf das Gymnasium verkürzen", sind sich van Hoffs und Salomon einig.
 
Abschließend kommentiert Salomon die sich teilweise widersprechenden Presseäußerungen der anderen Parteien: "Nur im Dialog kann man die berechtigten Sorgen der Eltern und Schulen ernst nehmen und Abhilfe schaffen. Profilierungssucht hat hier aus meiner Sicht wirklich nichts verloren – das Wohl der Kinder muss unser oberstes Ziel sein."