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Presse

10. Januar 2007


Grüne wollen Funktion des Zoos als Auffangstation stärken

Der Karlsruher Zoo soll nach Ansicht der Grünen Gemeinderatsfraktion verstärkt als Auffangstation für Tiere dienen. Ein besonderes Schwergewicht soll dabei auf beschlagnahmte Exoten gelegt werden, die aus Zirkussen oder aus einer anderen Privathaltung stammen und dort nicht artgerecht untergebracht und versorgt werden können.

Die Grüne Fraktion reagiert damit auf Äußerungen der Zoodirektorin von Hegel, denen zufolge nur solche Tiere dauerhaft im Zoo untergebracht würden, die auch „ins Konzept passen“ (BNN vom

„Wir meinen, dass auch der Tierschutz Teil des Zoo-Konzeptes sein muss. Deshalb wollen wir, dass im Zoo die notwendigen Vorkehrungen getroffen werden, um Not leidende oder bedürftige Tiere in größerem Umfang aufnehmen zu können.“ erläutert Stadträtin Bettina Lisbach das Anliegen der Grünen. „Das gilt natürlich insbesondere für Tiere, für die eine Unterbringung im städtischen Tierheim nicht in Frage kommt, weil sie z.B. besonders groß sind oder besondere Ansprüche an ihren Lebensraum oder die Pflege haben“.

Der Tierschutzgedanke solle dabei unbedingt auch in das pädagogische Konzept des Zoos mit einfließen. Schließlich gehe es bei der Zoopädagogik nicht nur um reine Wissensvermittlung, sondern auch darum, Kindern den ethischen Umgang mit Tieren nahe zu bringen. Genau hier könne der Zoo mit positivem Beispiel voran gehen, indem Tieren aus tierschutzwidriger Haltung im Zoo ein angemessener Lebensraum geboten werde.

“Im Rahmen der öffentlichen Diskussionen um das Zookonzept haben mehrere Tierschutzorganisationen zu uns Kontakt aufgenommen. Eine ihrer zentralen Forderungen war, dass dringend Aufnahmestationen für die Unterbringung beschlagnahmter Tiere benötigt würden, da viele Zoos hier kaum Hilfestellung leisteten“ sagt Bettina Lisbach. Das Fehlen von Auffangstationen führe demnach sogar dazu, dass Behörden die Beschlagnahme illegal gehaltener Tierarten oft nicht möglich sei, weil eine geeignete Unterbringung für diese Exoten fehle.

In Verbindung mit einer stärkeren Funktion als Auffangstation sollte gleichzeitig die Zahl anderer im Zoo gehaltenen Tierarten reduziert und die Haltungsbedingungen der verbleibenden Tierarten stetig verbessert werden wiederholen die Grünen eine von der Fraktion immer wieder geäußerte Forderung. Auch kündigen sie weitere Initiativen im Gemeinderat an, um den Zoo im Rahmen der Weiterentwicklung des Zoo-Konzeptes verstärkt als Auffangstation für Exoten zu nutzen.