Berthe Obermanns Dr. Iris Sardarabady Christine Großmann Benjamin Bauer Christine Weber Markus Schmidt Renate Rastätter Dr. Clemens Cremer Aljoscha Löffler Johannes Honné Zoe Mayer Jorinda Fahringer Verena Anlauf Niko Riebel Michael Borner

Anträge

20. März 2019

Städtisches Mustergebäude und städtische Brücke aus Holz

Antrag:

 
  1. Ein neues städtisches Gebäude wird als Pilotprojekt aus Holz gebaut, als Vorbild für weitere Bauten.
  2. Die Verwaltung prüft, wo Bauen mit Holz im Bereich öffentlicher Gebäude zum Standard werden kann und wie dies in den Bauleitlinien der Stadt verankert werden kann.
  3. Eine Brücke, die erneuert oder neu gebaut werden muss, wird aus Holz gebaut.

 

Sachverhalt/Begründung

 

Es ist dringend erforderlich, auf allen Ebenen mehr für den Klimaschutz zu tun. Dazu müssen wir auch in Karlsruhe in verschiedenen Bereichen grundlegend umdenken. Eine der möglichen – und besonders wirkungsvollen – Klimaschutz-Maßnahmen ist, beim Bauen weitgehend auf Beton zu verzichten, weil dafür rund eine Tonne CO2 je Tonne Zement in die Umwelt gelangen. Für die Aufbereitung von Holz ist dagegen extrem wenig CO2-Erzeugung nötig. Vielmehr wird sogar über eine Tonne CO2 je Tonne Holz auf lange Zeit gebunden. Karlsruhe sollte deshalb vorangehen und sowohl im Hochbau wie im Tiefbau ein Beispiel geben:

Ein ohnehin geplantes neues Gebäude, das dafür geeignet ist, soll in Holz ausgeführt werden. Die Voraussetzungen dafür wurden schon vor einiger Zeit von der Landesregierung verbessert, indem die Landesbauordnung Holz-freundlicher gestaltet wurde. Einzelteile wie ein Aufzugsschacht oder Treppenhaus wären dabei weiterhin in Beton möglich.

Das Land integriert den Holzbau bereits bei zahlreichen eigenen Projekten und hat für beispielhafte Projekte initiiert und eine Holzbauoffensive ausgelobt.

Auch beim Tiefbau bietet es sich an, Brücken aus Holz statt aus Beton herzustellen. Auf unseren entsprechenden Antrag zur Wasserwerkbrücke (Vorlage 2017/0136) wurde entgegnet, die Haltbarkeit sei nicht so lang wie bei Betonbrücken. Dafür sind die Kosten aber auch niedriger. Dieser Kostenvorteil mag sich nicht sofort einstellen, weil es erst Zeit braucht, bis sich die Bauunternehmen darauf eingestellt haben. Aber wenn Holzbrücken zum baulichen Standard geworden sind, wird ihr Preis gegenüber heute deutlich sinken. Auch hier sollte die Verwaltung zunächst eine Brücke aussuchen, die für den Einsatz von Holz besonders geeignet ist. Dieses Bauwerk sollte größer sein als die kleineren Fuß- und Radwegbrücken, wie es sie in Karlsruhe bereits in Holzbauweise gibt. In beiden Fällen können mit den Beispiel-Bauwerken Erfahrungen gesammelt werden. Das Ziel ist, den Holzbau zum Normalfall von Bauten der Stadtverwal-tung und der städtischen Gesellschaften zu machen, sofern kein sachlicher Grund dagegen spricht.

Unterzeichnet von:

Johannes Honné, Christine Weber, Tim Wirth, Renate Rastätter, Zoe Mayer, Verena Anlauf
 
 
Stellungnahme der Stadtverwaltung für die Gemeinderatssitzung am 14.05.2019